Die Holzböck übernehmen die Macht im Kister Rathaus

Auch wenn nichts geht, „a bissle was geht immer“.
So lautet das übergreifende Motto des Faschings in diesem Jahr in Franken.

Die Aktiven und ihre Sympathisanten sind durch die Corona-Pandemie vollkommen ausgebremst worden. Größere Veranstaltungen sind nicht möglich und wurden bereits abgesagt. So auch die Prunksitzungen der Kister Faschingsfreunde Die Holzböck. Und selbst der traditionelle Rathaussturm am 11.11. in den Abendstunden musste in diesem Jahr ausfallen. „Wie viele Vereine vor uns hat sich die Vorstandschaft schweren Herzens ebenfalls dazu entschieden, aufgrund der durch die Corona-Pandemie notwendigen Einschränkungen alle Präsenzveranstaltungen für die Saison 2020/21 abzusagen. In unserem Fokus steht die Gesundheit unserer Gäste, wie auch unserer Mitglieder, aber auch das finanzielle Risiko können wir in dieser Zeit nicht eingehen“, so die Vorstandschaft auf der Homepage des Vereins.

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Doch so ganz auf den Fasching und das liebgewordene Brauchtum will man in Kist nicht verzichten. „Und so arbeiten wir mit Hochdruck und Kreativität an Alternativen, die den Narren die eingeschränkte fünfte Jahreszeit durch kleine Überraschungen versüßen und unseren Aktiven die Gelegenheit geben werden, sich und ihre Arbeit der letzten Monate in irgendeiner Form zu präsentieren“, so Sitzungspräsidentin Nicole Häußler.

Um überhaupt tätig werden zu können, war es natürlich notwendig, dass die Narren wieder die Macht im Rathaus übernehmen. In den vergangenen Jahren hatte sich Bürgermeister Volker Faulhaber noch mächtig gewehrt und teilweise bewaffnete Horden engagiert, die das Rathaus mit ihren Hellebarden verteidigten. In diesem Jahr allerdings trafen sich der Bürgermeister und die Sitzungspräsidentin auf neutralem Boden außerhalb des Rathauses zur Schlüsselübergabe. Größere Ansammlungen sind ja derzeit untersagt.

Trotzdem bestanden die Holzböck auf die Schlüsselübergabe. Schließlich wollen sie zeigen, dass man mit Humor und guter Laune besser durch die Pandemie kommt. Der Bürgermeister übergab gerne den Gemeindeschlüssel, kann er sich doch jetzt etwas zurücklehnen und die anderen arbeiten lassen. „Mal sehen ob sie es besser können“. Welche Aktionen die Holzböck in den kommenden Monaten bis zum Aschermittwoch geplant haben, das wollte Nicole Häußler noch nicht verraten. Nur so viel: es wird ein anderer Fasching werden, als in den vergangenen Jahren. Aber passieren wird auf jeden Fall etwas. A bissle was geht halt immer.